Einführung der 8-stelligen BIN

Einführung der 8-stelligen BIN

Regulatorische Änderung durch Visa und Mastercard im April 2022

Von 6 auf 8 Ziffern: Das ändert sich mit der BIN-Erweiterung von Visa und Mastercard

Am 1. April 2022 werden die Kartenorganisationen Visa und Mastercard die BIN (Bank Identification Number) ihrer Karten weltweit von 6 auf 8 Stellen erweitern. Diese Änderung der BIN-Länge ist regulatorisch vorgeschrieben und betrifft hauptsächlich die Kartenherausgeber. Doch einige Händler und Payment Service Provider (PSPs) nutzen die BIN unter anderem für das Routing von Transaktionen, für Treueprogramme, zur Betrugsprävention oder für Reports. Unabhängig davon, ob Sie im stationären Handel oder im E-Commerce tätig sind, müssen auch Sie als Händler nächstes Jahr auf das neue Mandat vorbereitet sein. Erfahren Sie weiter unten, was passieren kann, wenn Sie weiterhin die 6-stellige BIN im Tagesgeschäft nutzen.

Die Bank Identification Number (BIN) bezeichnet die ersten 6 Ziffern der Primary Account Number (PAN) von Kredit-, Debit- und Prepaidkarten. Sie wird im Allgemeinen dazu verwendet, die Karte und den Kartenherausgeber zu identifizieren. Weitere Zahlungsinformationen, wie das Herausgeberland oder der Kartentyp, lassen sich bereits heute nur über sogenannte „Account Ranges“ zuverlässig feststellen. Dies sind bei Visa die ersten 9 und bei Mastercard die ersten 11 Stellen der PAN.

Der enorme Zuwachs an Kreditkartenherausgebern hat in den vergangenen Jahren zu einem Mangel an verfügbaren BINs geführt. Aus diesem Grund hat die Internationale Organisation für Normung (ISO) einen neuen Standard eingeführt und die BIN von 6 auf 8 Stellen erweitert. Die generelle Länge der Kartennummer (z.B. 16 bzw. 19 Stellen bei Visa bzw. Mastercard in Europa) bleibt unverändert.

Visa und Mastercard setzen den neuen 8-stelligen Standard nun ab April 2022 um.

Was ändert sich für Sie?

Für die meisten Händler hat diese Erweiterung auf 8 Stellen keinerlei Auswirkungen. Für einen kleinen Teil der Händler könnte sie sich aber auf das Tagesgeschäft auswirken, falls sie – basierend auf einer von ihnen selbst verwalteten BIN-Tabelle – bestimmte Verarbeitungsregeln implementiert haben. Dies betrifft beispielsweise die Steuerung von Transaktionen, die Identifizierung von Kartenherausgebern zur Berechnung von Gebühren, das Betrugsmanagement und das Reporting.

In jedem Fall müssen Sie als Händler zum Stichtag das neue BIN-System unterstützen. Ist dies nicht der Fall, kann es – abhängig von Ihrer Implementierung – zu erheblichen Umsatzverlusten kommen, zum Beispiel durch abgelehnte Karten.

Was müssen Sie tun?

Als Worldline Kunde müssen Sie nichts unternehmen. Wir haben bereits damit begonnen, unsere Produkte anzupassen. Alle unsere Lösungen werden somit die 8-stellige BIN ab April 2022 unterstützen.

Sollten Sie jedoch einen anderen Acquirer als Worldline, einen anderen PSP oder eine integrierte Softwarelösung für Ihre Zahlungen verwenden, dann kontaktieren Sie bitte Ihren Online-Payment Service Provider oder Ihren Terminalanbieter. Von diesen erfahren Sie, ob Sie die 8-stellige BIN nutzen können oder ob noch Anpassungen vorgenommen werden müssen.

Bitte beachten Sie, dass aktuell nur Visa und Mastercard von dieser Änderung betroffen sind. Alle anderen grossen Kartenorganisationen, wie American Express, Diners Club/Discover, UnionPay usw., haben noch keinen Termin für die Einführung der 8-stelligen BIN bekanntgegeben. Es ist jedoch davon auszugehen, dass dies früher oder später geschieht.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

  • Falls Sie keine Verarbeitungsregeln oder Prozesse einsetzen, die auf der bisherigen 6-stelligen BIN basieren, sind Ihrerseits keine Massnahmen erforderlich.
  • Haben Sie hingegen Zugriff auf die Kartennummer oder wenden Sie bestimmte, BIN-basierte Verarbeitungsregeln an, sollten Sie prüfen, ob diese mit dem neuen 8-stelligen System weiterhin funktionieren.
  • Falls Sie einen E-Commerce-Vertrag mit Worldline (vormals SIX Payment Services) haben, aber einen anderen Terminalanbieter oder Online-Payment Service Provider als Worldline nutzen, wenden Sie sich bitte an Ihren Anbieter.
  • Alle Zahlungslösungen von Worldline werden ab April 2022 vollumfänglich den neuen BIN-Standard unterstützen.

 

Fragen und Antworten zur 8-stelligen BIN

  • Die Bank Identification Number (BIN) identifiziert die Karte und den Kartenherausgeber. Zudem enthält sie weitere Zahlungsinformationen, wie das Herausgeberland oder den Kartentyp. Derzeit entspricht die BIN den ersten 6 Ziffern der Kartennummer.

    Da die Kartenherausgeber immer mehr BINs benötigen, wird im April 2022 die Länge der BIN von 6 auf 8 Stellen erweitert, ohne dass sich die generelle Länge der Kartennummer/PAN bzw. Primary Account Number (d.h. 16 bzw. 19 Stellen für Visa bzw. Mastercard in Europa) ändert.

  • Für Visa und Mastercard wird die Länge der BIN im April 2022 von 6 auf 8 Stellen erweitert.

    Bis dahin werden Visa und Mastercard den Kartenherausgebern schrittweise neue BINs zuweisen. Einige Nutzer werden ihre bisherige 6-stellige BIN behalten, diese wird jedoch auf 8 Stellen erweitert. Andere hingegen erhalten eine leicht veränderte oder eine vollkommen andere, neue BIN.

    • Die generelle Länge der Kartennummern bleibt gleich.
    • Die PCI-Regeln werden sich nicht ändern. Auch die Anforderungen an Belege bleiben unverändert.
    • Neue Karten müssen nicht ausgegeben werden.
  • Die Nutzung der alten 6-stelligen BIN könnte nachteilige Folgen für Händler haben, die Verarbeitungsregeln auf der Grundlage von BINs implementiert haben.

    Prüfen Sie, ob Sie in Ihrem Fall die 6-stellige BIN in folgenden Bereichen verwenden. Zum Beispiel für:

    • die Blockierung von BINs, Betrugsbewertung, Betrugsprävention
    • Reports
    • die Identifikation von Transaktionen im Rahmen von Disputes (Chargebacks)
    • Treueprogramme
    • die Identifikation des Kartentyps (Debit-, Kredit-, Prepaid- oder Firmenkarten) oder die verwendete Währung
    • die Identifikation des Kartenherausgebers (Bank und Land)
  • Falls Sie die Zahlungsverarbeitung auf der Grundlage von BINs durchführen, müssen Sie zu deren Kompatibilität auf das neue 8-stellige Format umstellen.

    Sollten Sie einen anderen Acquirer als Worldline, einen anderen PSP oder eine integrierte Softwarelösung nutzen, erkundigen Sie sich bitte bei Ihrem Anbieter, ob diese mit 8-stelligen BINs kompatibel sind. Wir haben bereits damit begonnen, unsere Produkte auf 8-stellige BINs anzupassen. Alle Worldline Produkte werden den neuen Standard bis April 2022 unterstützen.

  • Die allgemeinen PCI-Vorschriften werden sich mit Einführung der 8-stelligen BIN vorerst nicht ändern.

  • Falls Sie weitere Fragen zur BIN-Anpassung im Zusammenhang mit Ihrer Worldline Bezahllösung haben, wenden Sie sich bitte an unsere Kundenbetreuung: customerservices@worldline.com